Analoge Bilder
Warum analog (filmbasiert) fotografieren ?
Zur Beantwortung dieser Frage könnte man ein Buch schreiben. Ich fasse mich hier also so kurz wie möglich:
Kunst ist es nicht, 65 Bilder vom selben Objekt zu machen um dann das Beste am heimischen PC nach zu bearbeiten, sondern sich vorher Gedanken über Brennweite, Belichtung, Blende, usw. zu machen um dann das eine "perfekte Bild" für eine relative Ewigkeit auf Film zu bannen.
(Ein SW-Negativ hält Hunderte von Jahren !) Staatsarchive archivieren nicht digital, sondern auf Film und lagern diese im Barbarastollen.Für eine bestimmte Gruppe von Fotografen ist nicht nur das fertige Bild, sondern vor allem das Erarbeiten des Bildes über Brennweite, Blende, Belichtungszeit und Schärfentiefe eine Herausforderung, ein kreativer Prozess und das eigentlich interessante. Zu dieser Gruppe gehören auch die nostalgischen Fotografen, die lieber mit einer ausgereiften und perfektionierten Technik arbeiten und gerne eine robuste, edle, wertbeständige Kamera in der Hand halten und lieber an nur drei Bedienungselementen (Blende, Belichtungszeit und Entfernung) drehen als mit bis zu 25 Knöpfen, Rädchen, Hebelchen und Tasten viele Menüseiten, Individualfunktionen etc. aufzurufen.
Eine Betrachtung/Verarbeitung eines digitalen Datenfiles ist nur mit teurer, komplexer, schnell veralteter und immer "upzudatender" Technik (Hardware + Software) möglich, wenn man das Bild nicht auf Papier ausdruckt (10 x 15 ?). Wenn man einen solchen Bildfile sicher über lange Zeit aufbewahren will, wird es sehr schnell sehr teuer und sehr kompliziert. Eine digitale Fotoausrüstung kostet ab einem bestimmten Niveau sehr viel Geld. Warum sollte man denn dann eine vorhandene konventionelle Ausrüstung, die man seinerzeit für sehr viel Geld gekauft hat, wegwerfen, um nun auf einmal digitale Bilder zu machen ?
Wenn man die zweifelsfrei vorhandenen Vorteile der digitalen Fotografie nutzen möchte/muß, bleibt einem nichts anderes übrig, als zur Bank zu gehen. Wenn man diese Vorteile (Schnelligkeit, schnelle Weitergabe, für Journalismus etc.) nicht braucht, warum sollte man umsteigen ?
Wenn man bereits ein gewisses Lebensalter erreicht hat, stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, einige Tausend Euro in eine hochwertige digitale Fotoausrüstung zu investieren, wenn im Erbfall nach wenigen Jahren diese Ausrüstung nichts mehr wert, kaum noch sinnvoll nutzbar und im Fehlerfall nicht mehr reparabel ist und letzten Endes im Elektronik-Schrott landet. Wenn man nur Reisefotos, Erinnerungsfotos, Schnappschüsse etc. macht, reicht das Smartphone völlig aus. Dieser Zielgruppe gehöre ich nicht an.
Mein letztes Argument: Warum nur bauen viele Kamera-Hersteller in ihre modernen Digital-Kameras Software ein, die bestimmte altbekannte Filme mit ihren ganz spezifischen Eigenschaften simulieren ? Zum Schluss noch ein ganz anderes und unsachliches Argument: Lichtbildnerei mit einer alten Kamera ist wie Oldtimer fahren. Entweder man mag das oder halt eben nicht
Texte von Wolfgang Erner, Fotos Wolfgang Erner, Lutz Lähnemann
Übersicht der analog hergestellten Fotos
Diese Aufnahme ist eine bearbeitete analoge Diaaufnahme. Das Bild zeigt die Lok 151 111-2 am 10.07.2004 in Leubsdorf. Die Aufnahme wurde nicht gescannt, sondern digital abfotografiert.
Foto: Lutz Lähnemann
Das Bild zeigt einen Sonderzug zum Abschied der Dampflokomotive 44 508. Die Aufnahme ensttand am 07.Mai 1977 in der Höhe vom Ortsteil Wesel-Blumenkamp. Der Zug ist auf dem Weg nach Bocholt.
Dies ist kein Scan vom Dia, sondern vom Dia abfotografiert. Die Kamerainfos sind nicht relevant.
Foto: Lutz Lähnemann
Im Garten Kloster Kamp 1
Bildautor: Wolfgang Erner
Kamera: Canon EOS 1N RS
Objektiv: Canon EF 2,8/135 softfocus
Film: Fujicolor 200 135-36
Scanner: reflecta Crystal Scan 7200
Vor vielen Jahrzehnten wurde die Technik der Weichzeichnung bei der Aufnahme gerne und oft angewendet.
Es gibt verschiedene Methoden: Weichzeichner-Objektive a) durch beabsichtigtes nicht-korrigieren von
optischen Fehlern bei der Objektivrechnung, in der Regel am Objektiv einstellbar, b) spezielle Objektive mit
Restfehlern zusammen mit unterschiedlichen Lochblenden (legendäres Beispiel ist das Rodenstock
Imagon), oder Verwendung vielfältiger verschiedener Objektiv-Vorsätze o.ä.; z.B. leichtes Anhauchen der
Frontlinse, Vaselinefilm auf der Frontlinse, Nylonstrumpf über das Objektiv gestülpt, verschiedenartige Filter,
wie die bekannten Duto-Linsen oder die Zeiss Software.
Durch Anwenden der Weichzeichnung lassen sich malerische Effekte im Bild erzielen, wobei üblicherweise
die Grundschärfe erhalten bleibt. Die Bildwirkung ist etwas ungewohnt und gefällt nicht jedem (und ist auch
nicht immer für alle Motive geeignet). Heutzutage wird Weichzeichnung des Öfteren noch bei
Portraitaufnahmen angewandt
Im Garten Kloster Kamp 2










