Juli 2026

Unser Bild des Monats Juli 2026

3 x Siegerbild Platz 1

🥇Bernd, Egbert & Gregor - 3facher Platz 1

Glückwunsch unsere Mitglieder der Fotogruppe „Blende 16“!
Alle drei Bilder sind auf einem sehr hohen Niveau und zeigen fundiertes Verständnis von Bildkomposition, Licht und Stimmung.

Hier ist eine bildanalytische Beurteilung der drei Gewinnerfotos:

## 1. Bild: Gregor – *Dorfstraße nach dem Gewitter*

* **Atmosphäre & Licht:** Das ist ein echtes Stimmungswunder. Das warme, goldene Licht, das durch den Dunst/Regenschleier bricht, erzeugt eine fast mystische, melancholische Atmosphäre. Der Kontrast zwischen der feuchten Asphaltoberfläche und den Sonnenstrahlen ist hervorragend eingefangen.

* **Bildaufbau:** Die Wahl der tiefen Perspektive zieht den Betrachter förmlich in den Fluchtpunkt der Straße hinein. Die Person in der Mitte dient als perfekter Ankerpunkt („Sense of Scale“) – ohne sie würde dem Bild ein klares Hauptmotiv fehlen.

* **Fazit:** Ein erzählerisches Bild mit starker Emotion. Man spürt die Luftfeuchtigkeit und den Geruch von Sommerregen („Petrichor“) förmlich.

## 2. Bild: Egbert – *Bislich Fähranleger*

* **Licht & Dynamik:** Wunderschöne Landschaftsaufnahme zur goldenen Stunde. Die Dynamik im Himmel ist klasse: Das Zusammenspiel aus den hell leuchtenden Wolkenränder im Westen und den schattigen, dramatischen Wolkenblöcken im oberen Bilddrittel verleiht der Szene Tiefe.

* **Komposition:** Die geschwungene Uferlinie führt das Auge elegant durch das Bild. Der dunkle Baum auf der linken Seite dient als starker visueller Rahmen und gleicht das Bild zur hellen Sonne hin gut aus. Auch hier ist die winzige Angler-Silhouette am Ufer ein schönes Detail, das die Weite der Landschaft unterstreicht.

* **Fazit:** Eine klassische, handwerklich hervorragend umgesetzte Landschaftsfotografie mit ausgewogener Belichtung und harmonischer Farbstimmung.

## 3. Bild: Bernd – *Westerhever Leuchtturm (Sonnenauf- / Monduntergang)*

* **Präzision & Planung:** Solche Fotos passieren nicht durch Zufall – hier steckt genaue Planung hinter Standort, Brennweite und Timing. Der Vollmond steht perfekt zentriert auf der Spitze des Leuchtturms wie ein leuchtendes Ausrufezeichen.

* **Symmetrie & Farbe:** Die radikale Symmetrie (Leuchtturm in der Mitte, flankiert von den beiden Häuschen) gibt dem Bild eine enorme Ruhe und grafische Stärke. Der Farbkontrast zwischen dem tiefen Blaus der Dämmerung und dem leuchtenden Rot-Weiß des Turms sowie dem warmen Ton des Mondes ist optisch extrem ansprechend.

* **Fazit:** Ein visuelles Highlight mit starker grafischer Wirkung und hoher technischer Präzision.

### Gesamteindruck

Alle drei Fotografen haben bewiesen, dass sie wissen, wie man Licht liest und komponiert. **Gregor** punktet vor allem mit *Emotion & Geschichte*, **Egbert** mit *Stimmung & Landschaftsdynamik* und **Bernd** mit *Präzision & perfektem Timing*. Eine durchweg handwerklich Hohe Präsentation der Leistung aus der Gruppe!

Bernds Foto

Die Planung habe ich mit PhotoPills gemacht. Siehe Foto der Planung. Am 30.07. um 5:36 Uhr und 836 m Entfernung zum Leuchtturm stand der untergehende Mond ca. 42 m ĂĽber dem Grund. Der Leuchturm ist 40 m hoch. So dass er knapp ĂĽber der Spitze zu sehen war. Gleichzeitig ging hinter mir die Sonne auf und hat den Mond angeleuchtet und den Turm ausreichend erhellt. Da passte einfach alles. Die rote Nadel symbilisiert den Fotografen und die schwarze Nadel steht fĂĽr den Leuchtturm.
Die Belichtungsdaten könnt ihr Rechts sehen.

Egberts Foto

Das Foto habe ich an einem heiĂźen Tag im August 2025 gemacht. Um die Zeichnung des Himmels zu erreichen habe ich das Foto unterbelichtet. Als Ergebnis wollte ich eine dramatische Umsetzung erreichen.
Aufgenommen wurde das Foto mit der NIKON Z50 II bei 18mm, Belichtung 1/200 - 2EV, Blende 11,0 und ISO 200.
Die entstandene RAW Datei wurde vollständig mit Camera RAW in der Bridge von Adobe entwickelt.
Meinen Fotos füge ich sehr gerne kleinere Texte hinzu, um dem Betrachter zu erläutern, warum ich dieses Bild zuerst gesehen habe und dann als Foto umgesetzt wurde. In der nachfolgenden Entwicklung wurde dann eine ausgeglichene harmonische Anmutung erreicht. Platz finden meine Fotos und Texte in einem Buch Projekt über den Niederrhein:

Abendfrieden am Strom
Bislich: Wo der Fluss zur Heimat wird

Wenn die Schatten länger werden und die Sonne den Himmel über dem Rhein in ein glühendes Farbenmeer verwandelt, verändert sich das Gesicht des Flusses. In Bislich, dort, wo das Ufer flach in den Strom übergeht, zeigt sich der Niederrhein von seiner geselligsten Seite. Hier ist der Rhein nicht nur Transportweg oder ökologisches Reservat – er ist ein Ort der Begegnung.
Es ist die Zeit der Angler und der Träumer. Das Rauschen des Wassers bildet die Kulisse für Momente, in denen die Hektik des Alltags am Deich zurückbleibt.
In diesem warmen, goldenen Licht verschmelzen Mensch und Landschaft zu einer Einheit. Man blickt dem Strom hinterher, dorthin, wo er am Horizont mit dem Himmel eins wird, und spürt die tiefe Verbundenheit mit diesem Land. Es ist ein Abendfrieden, wie ihn nur der Niederrhein schenken kann: bodenständig, weitläufig und erfüllt von einer stillen Zufriedenheit, die so beständig ist wie der Fluss selbst.

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